Grüne Aktien: Das solltest Du wissen

von | Jun 17, 2022 | Geldanlage

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Du möchtest gerne zum Klimaschutz beitragen und nachhaltig Dein Geld investieren. Nun fragst Du Dich, woran Du eine ökologisch vertretbare Geldanlage erkennst? Wir bieten Dir einen Einblick in grüne Aktien und wie sie klassifiziert sind. Anschließend erhältst Du Tipps, wie Du klug in sie investieren kannst. Die ESG-Kriterien bieten Dir eine Orientierung, welche Aktien am Börsenmarkt als ökologisch klassifiziert sind. Auf diese Kriterien gehen wir an späterer Stelle noch genauer ein.

Eine grüne Aktie: Was ist das eigentlich?

Grüne Aktien sind Firmenanteile von solchen Unternehmen, die durch innovative Technologien bemüht sind, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Sie produzieren Rohstoff- und energiesparend. Entsprechende Anbieter von Umweltaktien finden sich in den Themenbereichen:

  • Immobilien
  • Recycling
  • Veganismus
  • Wind- und Solarenergie
  • Elektromobilität
  • Wasserkraft zur Stromgewinnung

Eine der größten Klimasünden ist der Flächenverbrauch der Erdoberfläche durch die Viehwirtschaft. Das liegt am weltweiten hohen Verbrauch von Fleisch- und Milchprodukten.
Besonders Rinder stoßen während der Verdauung eine große Menge Methan aus, der neben Kohlendioxid und Stickstoffdioxid die Klimaerwärmung vorantreibt.
Ein zweiter großer Verursacher des Treibhauseffektes ist im Bereich Kohle- und Gasverbrauch zur Stromgewinnung zu finden. Innovative Unternehmen wie Beyond Meat und Oatly, die Fleisch- und Milchersatzprodukte produzieren, stehen aktuell hoch im Börsenkurs. Ebenso eine ganze Liste von grünen Aktien von Firmen im Bereich erneuerbare Energien, die auf Wind- und Solarenergie fokussiert sind.

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Schon gewusst?

Wer in grüne Aktien investiert, fördert nicht nur den Umweltschutz, sondern kann auch mit hohen Renditen rechnen. Besonders seit der Coronakrise kam es am Börsenmarkt zur Trendwende, denn die Pandemie senkte drastisch die Nachfrage nach Öl und Gas, wodurch ein Ölpreisverfall zustande kam. Aktuell wollen 54 Prozent der Deutschen in nachhaltige Geldanlagen investieren. Die Nachfrage nach nachhaltigen Aktien steigt und damit auch ihr Wert.

Wie finde ich eine grüne Geldanlage?

Wenn Du nicht sicher bist, ob es sich bei Deinem gewünschten Produkt um eine grüne Aktie handelt, kannst Du Dich an den ESG-Kriterien orientieren. Diese stehen für environmental and social governance.
Dies bedeutet, dass das Unternehmen sowohl auf sozialer als auch ökologischer Ebene bemüht ist, eine gute Unternehmensführung zu gewährleisten.
Dazu zählen jedoch nicht nur Umweltaktien von direkten Herstellern von erneuerbaren Energien, sondern auch traditionelle Branchen, die bemüht sind, umweltfreundlich zu agieren. Durch die ESG-Kriterien wird eine Geldanlage nach den drei folgend genannten Bereichen klassifiziert. Anhand dieser Skalierung kannst Du prüfen, wie „grün“ Deine Geldanlage ist.
  • Environment (Umwelt): Das Kriterium betrachtet, inwiefern ein Unternehmen oder Staat die Umwelt verschmutzt, Treibhausgase oder Schadstoffe emittiert, Ressourcen verbraucht oder Energie effizient nutzt.
  • Social (Soziales): Hierbei geht es um die Achtung der Menschenwürde, die Situation der Mitarbeiter, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen. Nach diesen Kriterien müssen auch die Zulieferer des Unternehmens gewählt werden.
  • Governance (Unternehmensführung): Dieses Kriterium steht für verantwortungsvolle Unternehmensführung, Fairness, Transparenz und Chancengleichheit.
Auftraggeber eines Ratings nach ESG-Kriterien sind die Investoren. Auf Nachhaltigkeit spezialisierte Ratingagenturen wie zum Beispiel Scope Analysis benoten dabei Unternehmen mit der Skalierung AAA-ESG bis C-ESG, wobei A die Bestnote darstellt.

Extra-Tipp

Passive Fonds bilden die Entwicklung ganzer Märkte ab. Sie sind deshalb für Börseneinsteiger ideal, weil sie in zahlreiche Unternehmen streuen und dadurch das Risiko des Anlegers im Vergleich zu Einzelaktien minimieren.
Passive Indizes, die ESG-geprüft sind, bilden beispielsweise der DAX 50 und der Dow Jones Sustainability World Index.

So kannst Du in nachhaltige Aktien und Fonds investieren

Grüne Aktien lassen sich in verschiedene Stufen einteilen – Hellgrüne und grüne Aktien:

  • Hellgrüne Aktien beschreiben mittelmäßig grüne Geldanlagen, die Unternehmensanteile von großen und fest etablierten Konzernen beinhalten wie Siemens oder SAP. Diese entsprechen nicht vollständig den ESG-Kriterien, bemühen sich aber um mehr Nachhaltigkeit.
    Dazu zählen auch die sogenannten Mid Caps, die kleinere etablierte Unternehmen darstellen.
  • Grüne Aktien von sogenannten Small Caps sind hochgradig umweltfreundlich. Jedoch sind sie zumeist Anteile von neu aufstrebenden Unternehmen, die zwar vollständig auf erneuerbare Energie setzen, jedoch noch nicht gut etabliert sind. Hier gehst Du also ein größeres Risiko ein.
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Wichtig zu wissen

Grüne Aktien von Small Caps sind zwar sehr umweltfreundlich, aber für Deine Investition auch riskant. Sie unterliegen höheren Börsenschwankungen. Denn die Unternehmen sind aufstrebend, aber in der Wirtschaft noch nicht fest verankert sind. Dementsprechend solltest Du Small Cap-Aktien als Beimischung in Deinem Depot verwenden, aber sicher nicht den Großteil Deines Vermögens in sie investieren. Small Cap-Aktien verlangen viel Aufmerksamkeit und können schneller große Verluste einbringen.

So gehst Du am besten vor:

Idealerweise nutzt Du als Anleger am Markt eine breite Streuung aus verschiedenen Produkten, um möglichst stabil aufgestellt zu sein. Dafür lohnt sich ein Depot-Vergleich, um die besten Konditionen für ein Aktien-Konto herauszufinden.

Passendes Depot finden

Du weißt, auf welche Konditionen es für Dich ankommt? Dann finde jetzt das Depot, das am besten zu Deinen Bedürfnissen passt!

Für Investoren grüner bis hellgrüner Aktien gibt es drei Anlagemöglichkeiten:

  • Direktinvestitionen: Hierbei investierst Du an der Börse direkt in eine Aktie. Andere Direktinvestitionen sind zum Beispiel Immobilien. Wenn Du alles auf eine Aktie setzt und ihr Wert sinkt, kannst Du schnell Geld verlieren.
  • Aktienfonds: Sie bestehen aus einer Menge ausgewählter Aktien, die analysiert, gekauft und verkauft werden. Dies übernimmt ein professioneller Fondsmanager, der an der Börse agiert. Die Menge an Aktien gleicht dabei Schwankungen einzelner Aktien aus und ist dadurch eine sicherere Anlageform.
  • ETFs: Sogenannte Exchange Traded Funds sind ideal für Börsenneulinge geeignet. Du kannst sie direkt bei der Bank erwerben als ETF-Sparplan. ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die diverse Anlageklassen in sich vereinen. Mit dem Kauf eines einzigen MSCI World-ETF streust Du bereits in 1.600 Unternehmen.

Fazit: Grüne Aktien sind eine lohnende Investition

Das Umweltbewusstsein steigt – allein aufgrund des Klimawandels – und damit auch der Bedarf nach Alternativen zu Kohle und Gas, zu Fleisch und vielem mehr. Wenn Du in grüne Aktien investierst, ist es nicht nur möglich, Unternehmen zu unterstützen, die innovative Technologien fördern und damit die Umwelt entlasten. Zusätzlich kannst Du auch mit hohen Gewinnen im Jahr rechnen. Denn wo eine hohe Nachfrage ist, steigt auch der Wert von Aktien für grünen Strom, Wasserstoff und andere grüne Technologien.